Der Dauerbrenner in der Kräuterheilkunde und Lebendigkeits-Zünder im Garten
Der Dauerbrenner in der Kräuterheilkunde und Lebendigkeits-Zünder im Garten

Der Dauerbrenner in der Kräuterheilkunde und Lebendigkeits-Zünder im Garten

Die Brennnessel ist allen bekannt. Viele mögen sie nicht, weil sie bei Hautkontakt ein unangenehmes Brennen verursacht, was danach noch eine Weile anhält. So manchen Gärtnernden sind sie deshalb und weil sie sich so schnell ausbreiten einfach nur lästig und sollen entfernt werden.

Andere haben längst ihre vielen guten Seiten entdeckt. Manche brennen sogar sprichwörtlich für die Brennesel.

Die Brennnessel ist ein wahres Energiebündel. Sie speichert unter anderem Kalium und Eisen aus dem Boden. Sie ist einer der Pflanzen mit den höchsten Gehalten an Vitamin C. Und sofern sie auf Boden wächst mit einem gewissen Gehalt an Eisen, ist die Brennnessel auch eine der Pflanzen mit höchstem Gehalt an bioverfügbaren Eisenverbindungen. Getrocknete Brennnessel sollen einen Anteil an Eiweißen von ca. 30 % haben.

Sie speichert aber auch einige andere wertvolle organische und anorganische Nährstoffe.

Die Brennnessel wächst gern dort wo viele bioverfügbare Stickstoffverbindungen (Nitrate) im Boden sind. Sie ist daher zusammen mit Brombeere Giersch oder Schöllkraut auch ein guter Anzeiger für nitratreiche Böden.

Aufgrund ihres hohen Nährstoffgehaltes eignet sich die Brennnessel auch wunderbar zum Düngen von Kulturpflanzen. Dazu schneidet man am besten geerntete Brennnesseln klein und legt sie in Wasser ein. Diese Mischung wird am besten aller 2 oder 3 Tage kräftig umgerührt. Nach ca. 2 Wochen kann man die Flüssigkeit abseihen und dem Gießwasser am besten im Verhältnis 1:10 Brennnesselsud zu Wasser beimischen. Die Pflanzenreste wirft man dann auf den Kompost. Die Mikroorganismen darin freuen sich über die Stickstoffverbindungen. Damit können sie ihre Umsetzung der Pflanzenabfälle noch besser und schneller verrichten. Damit wird der Ko0mpost schneller reif und nährstoffreicher.

Tees aus aufgegossenen Brennnesseln sollen beim Ausleiten und Entgiften helfen und viele krankheitlichen leiden lindern.

Schon meine Oma sprach davon davon dass der Hautkontakt mit Brennnesseln, so unangenehm er auch sein mag, vor Rheuma schützt. Auf jeden Fall fördert es ungemein die Hautdurchblutung.

Brennesseln ziehen auch bestimmte wichtige Arten von Schmetterlingen an. Gleichzeitig halten sie aber auch andere Tiere ab. Somit können die Brennesseln um unsere Kulturpflanzen diese auch vor Befraß schützen. Schnecken die gern Jungpflanzen verspeisen, Rehe, die gern an jungen Bäumchen knabbern oder andere Tiere wollen sich auch nicht gern verbrennen um an ihre Leibspeise heran zu kommen. Wir Menschen können uns ja Handschuhe und lange Hosen anziehen, wenn wir unsere von Brennesseln umgebenen Pflanzen pflegen. Die Tiere sind dazu nicht in der Lage. Man braucht die Brennesseln darum also nicht ganz entfernen sondern nur soweit zurück schneiden, dass sie unsere Wunschpflanzen nicht überragen und ihnen das Licht vollständig wegnehmen.

Aus den Brennesselstrünken können auch Tuchfasern gewonnen werden. Aus diesen können Kleidung hergestellt werden.